Neue Flexium Funktion – G164

Beim Ausführen eines CAD-erzeugten Teileprogramms steht jedes CNC-System vor dem Dilemma, die programmierte Bahn entweder genau zu befolgen oder aber die Bahn zu optimieren und somit reibungslosere Übergänge zu schaffen. NUM befolgte hier von Anfang an die erstere der beiden Strategien: alle Koordinaten der programmierten Bahn in strikter Reihenfolge abzufahren. Schliesslich gibt es für jeden programmierten Punkt einen Grund.

Dies sichert natürlich am besten die Einhaltung der Konstruktionsvorgaben, bringt jedoch ein Problem mit sich: wenn zwei Segmente nicht kollinear sind (und das ist üblicherweise der Fall), bilden sie naturgemäss einen Winkel, der zu mikroskopischen Querbeschleunigungen des Werkzeugs führt. Überschreiten diese einen bestimmten Wert, muss die CNC-Maschine die Geschwindigkeit verringern, um den Punkt ruckfrei durchfahren zu können. Natürlich lässt sich anhand bestimmter Parameter vorschreiben, was akzeptabel ist und was nicht. Da es jedoch keine perfekte Lösung gibt und die Gesetze der Physik nicht umgangen werden können, muss immer ein Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit eingegangen werden.

Flexium+ ist bekannt für seine Flexibilität. Um Kunden die grösstmögliche Wahlfreiheit zu geben, ohne das wichtigste Kriterium, die Genauigkeit, zu beeinträchtigen, bietet das CNC-System verschiedene Optionen, mit denen sich der jeweils beste Kompromiss finden lässt – jeder davon mit besonderen Vorteilen oder optimal an den jeweiligen Einsatzfall angepasst. Spline-Interpolation, Polynom-Interpolation und NUMcoss werden nunmehr durch die letzte Entwicklung auf diesem Gebiet ergänzt: die Funktion zur Kantenglättung, G164. Als G-Funktion kann sie an verschiedenen Punkten im Programm aufgerufen und wieder aufgehoben werden und bleibt auch zwischen den Punkten aktiv.

Das Grundprinzip wird im folgenden Bild verdeutlicht. In der Umgebung des Schnittpunktes zweier benachbarter Blöcke werden ein Austrittsund ein Eintrittspunkt berechnet und anschliessend durch eine Polynomkurve verbunden. Die Berechnung vermeidet die Entstehung von Kollisionen. Als Polynomkurve kann ein kubischer B-Spline oder ein B-Spline 5. Grades verwendet werden. G164 kann über eine unbegrenzte Anzahl von Blöcken aktiv sein. Die Funktion bearbeitet Blöcke ab einer Grösse von 100 µm.

Die Syntax ist recht einfach: G164 [Hfile] Nbegin Nend ER.. [EQ..]* [ES..]* [ET..]* 

  • Hfile, Nbegin und Nend geben den Bahnabschnitt an, auf dem die Kantenglättung angewendet werden soll 
  • ER gibt die maximal zulässige Abweichung (im Verhältnis zum programmierten Punkt) an 
  • EQ ist die Art des Polynoms 
  • ES legt fest, ob es sich um eine geglättete oder segmentierte Polynom-Interpolation handelt 
  • ET gibt die Art der Anfahrbahn an: tangential oder linear 

Bemerkenswert an dieser Funktion ist, dass sie als benutzerdefinierte G-Funktion entwickelt und nicht vollständig in die Firmware eingebettet ist. Dies sorgt nicht nur für mehr Flexibilität, sondern zeigt auch die Leistungsfähigkeit benutzerdefinierter G-Funktionen. Bedenken, dass diese Funktionen übermässige Systemressourcen benötigen, lassen sich anhand dieses Beispiels ebenfalls ausräumen: Die Befehle werden vorverarbeitet und direkt auf die Firmware-Variablen angewendet. Natürlich hat Flexium+ die nötige Rechenleistung, doch ist eine benutzerdefinierte G-Funktion genauso effizient wie eine integrierte Funktion – und bietet dabei mehr Anpassungsmöglichkeiten. Weitere Informationen zu G164 oder benutzerdefinierten G-Funktionen finden Sie in der Dokumentation oder bei Ihrem NUM NTC Ansprechpartner, der Sie ggf. gern mit Vorschlägen, Beispielen und Schulungen unterstützt.


Bitte kontaktieren Sie uns für weitere Informationen:

NUM AG
Battenhusstrasse 16
CH - 9053 Teufen

Telefon: +41 71 335 04 11
Email: sales.ch@dont-want-spamnum.com